iPhanpy schlägt gleichzeitig im AltStore PAL und App Store auf

Phanpy ist „Mastodon im Web“ und durchweg fantastisch; iPhanpy verpackt diese Webapp nun als native iOS-Anwendung. Die Besonderheit dabei: Dieser Build stand zuerst über den AltStore PAL zum Download.

Drei Screenshots eines iPhones, die App-Installation und -Updates für die iPhanpy-App zeigen. Der linke Screenshot zeigt einen Twitter-Post, der die Veröffentlichung einer nativen iOS-Version der iPhanpy-App über AltStore PAL ankündigt. Der mittlere Screenshot zeigt den Bildschirm "Meine Apps" in AltStore, mit iPhanpy und AltStore unter "Installiert" und einer Aktualisierungsbestätigungsaufforderung. Der rechte Screenshot zeigt einen Twitter-Post von iPhoneBlog und andere, nicht verwandte Posts.

Launching iOS apps costs money, but my developer license was fully covered by the good folks at AltStore!

AltStore has been around for a while as a way to sideload apps into an iPhone, but now it’s a proper alternative marketplace for iOS in the EU and Japan! Meaning that it’s the only way to install apps that Apple won’t allow you to.

iPhanpy is available on both the AltStore and the Apple App Store, but I highly recommend checking out the AltStore version if you’re able, so you can also check out the other apps in there.

Matt Fantinel

Alternative App-Marktplätze wie der AltStore PAL sind a) erfolgreich von Apple ausgebremst worden, erzeugten b) aber auch keinerlei Nutzernachfrage. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Die konkreten AltStore-PAL-Nutzerzahlen kenne ich nicht, aber ich sehe das Angebot, oder vielmehr sehe ich kein Angebot. iPhanpy ist hier eine der wenigen erwähnenswerten Ausnahmen, erscheint jedoch zeitgleich auch in Apples Download-Store.

Ob das mit Direktinstallationen einzelner Apps aus dem Web für Telefon-Software anders gewesen wäre, wissen wir nicht. Und da sich die EU auf das Konzept von „Alternativen App-Marktplätzen“ für Gatekeeper erst einmal eingelassen hat, werden wir das auf absehbare Zeit auch nicht ausprobieren.

Die Freemiumisierung der iWork-Apps

Pages, Numbers und Keynote sind nicht mehr kostenlos, sondern kostenlos*. Die Werbung fürs Abo innerhalb der Apps ist dabei kein einmaliger Hinweis: Farbige Icons kennzeichnen alle Funktionen, die man ohne Creator-Studio-Bundle nicht hat. Bestimmte Gratisfunktionen verstecken sich sogar hinter diesen farblich abgesetzten Paywall-Icons.

Die Übergänge zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Features sind fließend; sie finden sich auf dem Startscreen, in der Vorlagenauswahl sowie in der Menüzeile und den Untermenüs von geöffneten Dokumenten.

iPhone-Bildschirm, der den oberen Teil einer App mit einem Kameraausschnitt, Uhrzeit, Signal, Batteriestatus, einem Zurück-Pfeil, einem Logo, Menüpunkten und einer Bearbeitungsschaltfläche anzeigt.

Kann man Apples Suite trotzdem noch kostenlos nutzen? Ja. Fühlt es sich nach einer Degradierung der Experience an? Ja. Gehören Pages, Numbers und Keynote thematisch ins Creator-Studio-Bundle? Vielleicht? Hätte diese Entscheidung jemand hinterfragt, wenn Apple sie dort herausgelassen hätte? Wohl kaum.

Ich zahle gerne für Apps; nur in absoluten Ausnahmefällen finde ich mich mit zusammengestrichener oder werbefinanzierter Software ab. Wenn ich Ads mit Geld unterbinden kann, tue ich das gewöhnlich. Gelegentlich werfe ich früher Geld ein, als das vielleicht sinnvoll ist. Ich bin hier aber sicherlich weniger schmerzbefreit, als die generelle App-Store-Kundschaft.

Die Freemiumisierung der iWork-Apps weckte deshalb zwangsläufig den Gedanken nach Alternativen auf. Und das nach Jahrzehnten (!), in denen ich Apples Word-, Excel- und PowerPoint-Äquivalente nie infrage gestellt hatte.

Screenshots eines mobilen App-Vorlagenladens, der verschiedene Vorlagenkategorien, vorgestellte Bildoptionen und eine Vorschau einer Mathematik-Leistungszertifikat-Vorlage zeigt; beinhaltet eine "Apple Creator Studio"-Abonnementwerbung.

Für klassische Rechnungsvorlagen denke ich dabei an Craft; iA Presenter kann Keynote ersetzen und unformatierte Texte tippe ich ohnehin in Ulysses.

Das ist alles nicht preiswerter, prinzipiell auch nicht besser und ersetzt ohnehin nur einen Teil des iWork-Funktionsumfangs. Für mich reicht’s, aber Apples iWork-Suite glänzte immer damit, so viele Bedürfnisse abzudecken. Obendrein war es die perfekte Werbung für Apples Hardware.

Deshalb war’s schade, dass der Gedanke über Alternativen überhaupt bei mir aufkam. Freemium hat einen Beigeschmack; bei einigen stößt er bitterer auf als bei anderen. Trotzdem bleibt ein Beigeschmack, den sich Apple leistet, weil man dem Creator Studio so mehr Aufmerksamkeit zukommen lässt. Und ich weiß nicht, ob’s das wert war.

Tipp: App-Einstellungen

Ein Mann mit Brille und Baseballkappe ist vor einem blauen Hintergrund abgebildet, der ein offenes iPhone mit dem Einstellungsbildschirm "Apps" zeigt. Das iPhone zeigt eine Liste von Apps mit Optionen wie "Standard-Apps" und "App-Installation". Der Mann befindet sich in einem Studio, hält ein Mikrofon.

Vimeo / YouTube

Neues Fazit nach zwei weiteren Jahren: Der Shortcut in die App-Einstellungen erweist sich gelegentlich als hilfreich: für die individuellen „Kopieren und Einfügen“-Berechtigungen, die Erlaubnis auf den Tastaturzugriff, die Sprache sowie eine Änderung der Standard-Apps.

Apple Creator Studio

Eine horizontale Leiste mit einer Reihe von elf stilisierten, farbenfrohen Symbolen auf schwarzem Hintergrund.

Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage — sowie neue KI-Features und Premiuminhalte in Keynote, Pages und Numbers — gebündelt in einem einzigen Abonnement

Apple.com/Newsroom

Der Preis für Apple Creator Studio ist super (129 EUR/Jahr) und noch viel besser für Studie­rende und Lehrkräfte (29 EUR/Jahr). Obendrein lässt sich das Vollpreis-Abo über die Familien­freigabe teilen!

Und weil Apple generell eine Preismarke setzt, obwohl diese sehr erschwinglich ist, bleibt ein Markt für konkurrierende Software (Affinity, Ferrite, etc.). Mit kontinuierlichen Einnahmen – egal, wie gering sie in Apples Dimensionen ausfallen – kann man außerdem intern Ressourcen für die Pflege und Weiterentwicklung rechtfertigen.

Im Gegenteil zum Einzelkauf lädt das Abo zum Ausprobieren ein, respektive zu einer projektbezogenen Nutzung. Das bleibt generell ein unterschätzter Aspekt von Abos und deren Fähigkeit, neue Kund:innen zu gewinnen.

Gleichzeitig ist Apple Creator Studio ein einzelnes Bundle zu einem festen Preis; keine „Suite“ die sich mit unterschiedlicher Software zu unterschiedlichen Preisen mixen lässt.

Apropos Adobe und Microsoft: Ich schätze Apples anhaltenden Fokus auf die semiprofessionelle und engagierte (Hobby-)Zielgruppe – mehr YouTube als Hollywood. Ihre Software ist dabei teilweise sehr kompatibel mit den Dokumententypen aus Photoshop und Word, verbiegt sich dafür aber nicht. Wer 100-prozentige Kompatibilität benötigt, muss dort abonnieren (und dann auch mit deren Software arbeiten).

Unverständlich sind mir dagegen einige Aspekte der Umsetzung von „Creator Studio“. Final Cut Pro (350 EUR), Logic Pro (230 EUR), Pixelmator Pro (60 EUR), Motion (60 EUR), Compressor (60 EUR) und MainStage (35 EUR) lassen sich weiterhin einzeln erwerben.

Warum?

Mit der hauseigenen Abo-Konkurrenz würde ich heute niemandem zum teuren Einmalkauf raten. Wie lange pflegt Apple diese Einmalkäufe? Bekommt die Abo-Version (KI-)Features, die die einmal bezahlte Version dann nicht mehr bekommt, weil diese Funktionen laufende Kosten verursachen?

Zugegeben: Bestehende Kund:innen (wie ich) freuen sich darüber, nicht direkt aufs Abo wechseln zu müssen. Wenn ich heute jedoch vor der „Kaufen oder abonnieren“-Frage stehen würde, müsste ich nicht überlegen: Das Abo ist so viel attraktiver – auch weil’s die iPad-Apps beinhaltet.

Meine Bedenken sind aber nicht nur eine Theorie, sondern in der Praxis bereits nachzuvollziehen. Apple Creator Studio überrollt die iWork-Apps – nach Katamari-Art – und deklassiert diese „kostenlosen Versionen“ zum einem Freemium-Produkt (mit der entsprechenden Werbung fürs Abo).

So in the end, I am predisposed to view this new bundle positively. It’s only the clumsy inclusion of Pages, Keynote, Numbers (and later Freeform) that gives things a sour taste. Apple could solve this problem by offering a lower-priced productivity suite, and perhaps communicating how it will determine which features of those apps are for everyone and which ones are only available for those who pay. I didn’t expect the iWork apps to catch strays from the launch of an impressive professional creative suite from Apple, but here we are.

Jason Snell

Ein schwarzes iPad, das den Text "Take your design anywhere" anzeigt, mit Design-Tools auf der Seite, vor einem Gradienten aus Gelb- und Orangetönen, alles auf schwarzem Hintergrund.

Pixelmator Pro fürs iPad ist funktionsgleich zur Mac-Version und sicherlich ein besonders hervorzuhebendes Highlight. Photomator findet dagegen gar keine Erwähnung; das scheint mir aber nur eine Frage der Zeit.

I have no little birdie insider information about that, just my own hunch. I just think that if Photomator didn’t have a future, Apple’s statement about it would say so, and they’d stop selling the current version. And the lack of a professional photo library app is a glaring omission in Creator Studio. Apple Photos is an outstanding app, and iCloud Photo Library has in my experience delivered fast dependable syncing across devices for several years now. But an app like Photos, that is necessarily anchored to the needs of very casual users, can’t possibly scale in complexity to meet the needs of professional photographers. And Photos is not fully satisfying for prosumer users like me.

John Gruber

Für ’nen Fünfer: NeatPass verwandelt PDFs in Apple-Wallet-Pässe – komplett „on-device“

Eine Person, die ein orangefarben umrandetes Smartphone hält, das einen "Pässe"-Bildschirm mit Event-Tickets anzeigt. Das Telefon zeigt Event-Details für "IN TIMES OF DRAGONS" und ein weiteres Ticket an, das gerade Daten extrahiert. Die Uhrzeit 4.49 und 5G-Konnektivität werden ebenfalls angezeigt.

NeatPass converts PDF tickets, boarding passes, and loyalty cards into Apple Wallet passes in ~20 seconds, entirely on your iPhone. No cloud uploads, no subscription. Built by a solo developer in Germany. $4.99 once.

NeatPass – aus München – konvertierte erfolgreich im ersten Versuch eine PDF-Konzertkarte sowie die Barcode-Einladung für meinen nächsten Zahnarztbesuch – inklusive Namen, Datum und Ort. Im Anhang verbleibt das Original-PDF; so spart ihr euch die Suche, wenn ihr dieses Dokument doch noch einmal benötigt.

Der App-Store-Download fällt groß aus, weil er das verwendete KI-Modell für die Cloud-unabhängige Verarbeitung beinhaltet. Damit ist NeatPass auch auf älteren iPhones problemlos nutzbar.

Fußnote: Verpasst nicht die hübsche Webseite unter NeatPass.app.

#490 – eigene Musik

Einige fantastische Apps zogen an mir vorbei, weil ausschließlich Plex(amp) meine Songs vom eigenen Musikserver auslieferte.

Auch für mehr Unabhängigkeit von Plattformen und Diensten habe ich mich deshalb nach Alternativen umgehört.

Hier das Intro zur Episode:
iPhoneBlog #one kann man abonnieren. Alle Abonnent:innen bekommen jede Woche ein neues „Gewusst-wie”-Video, den Zugriff auf alle schon veröffentlichten Episoden und die Einladung zu einer ganz besonderen Community in einem privaten Slack-Kanal. iPhoneBlog #one ist ausschließlich von Lesern und Leserinnen finanziert und unterstützt direkt das iPhoneBlog.

Nach fünf Jahren: „Apple stellt neuen AirTag vor“

AirTag an Hosentaschen.

Nach fast fünf Jahren folgt v2 von Apples AirTags – den münzgroßen „Gegenstandsfindern“. Der Preis bleibt vergleichbar (hoch) und die Abmessungen gewährleisten eine Rückwärtskompatibilität mit Anhängern und Taschen.

Gut so! Damit gräbt die wassergeschützte Standortdaten-Plaudertasche der Vielzahl an preiswerteren Trackern nicht das Wasser ab. Außerdem verfestigt es die Kundenbindung und hilft durch den anhaltenden Verkauf von iPhones dem ganzen „Wo ist?“-Netzwerk.

Die Lautsprecher piepen deutlicher („50 Prozent lauter als die Vorgängergeneration“) und in einem „unverwechselbaren neuen Signalton“. Viel mehr interessiert mich jedoch, ob sich der Speaker durch eine Hardware-Modifikation nicht mehr so einfach deaktivieren lässt.

Ein verbesserter Bluetooth-Chip erweitert die Reichweite, in der Gegenstände geortet werden können. Zum ersten Mal kann man „Genaues Suchen“ auf einer Apple Watch Series 9 oder neuer oder einer Apple Watch Ultra 2 oder neuer verwenden, um den AirTag zu finden, was ein leistungsstarkes Erlebnis am Handgelenk ermöglicht.

Apple.com/Newsroom

Für „Genaues Suchen“ auf einer (älteren) Apple Watch ist watchOS 26.2.1 erforderlich. Der Ultrabreitband-Chip der 2. Generation ist natürlich die hilfreichste Neuerung des kleinen Zubehörs, das nun mit einer anderen Gravur aufwartet.

Alt: AirTag – Designed by Apple in California – Assembled in China – Bluetooth – Ultra Wideband

Neu: AirTag – Find My – NFC – Bluetooth LE – Ultra Wideband – IP67 – Apple Inc.

Passworteinträge ohne Passwort in Apples Passwörter-App

Apples Passwörter-App lässt euch Einträge nur mit Kennwort speichern… außer ihr schreibt ins Passwortfeld einen Bindestrich und umgeht so Sicherheitswarnungen und das AutoFill-Angebot.

Ich habe mich bereits häufiger über die Kennwortpflicht geärgert, weil ich mir dort merken wollte, welche E-Mail-Adresse ich für einen Online-Account mit „Magic Links“-Login benutze.

Ein Smartphone-Bildschirm, der eine neue Kennwort-Erstellungsoberfläche innerhalb der "Top Secret"-App anzeigt, mit Eingabefeldern für Benutzername, Passwort, Website und Gruppe sowie einer sichtbaren numerischen Tastatur mit Minus-, Schrägstrich-, Doppelpunkt- und Semikolontasten für die Passworteingabe.

If anyone ever wants to save some non-password data in Passwords, but is annoyed by having to put a password in and see a useless “Password” row, use a password of “-”. Passwords will omit the password from AutoFill and hide the “Password” row from the detail view.

via Jarrod Blundy